Gut vorbedacht ist halb gemacht – der Plan für die perfekte Arbeit

Woran denken Sie als erstes, wenn Sie einen Text oder eine wissenschaftliche Arbeit schreiben wollen? Selbstverständlich an den Inhalt. Das ist nachvollziehbar, denn der Content bestimmt die Qualität des Textes.

Komplexe Texte werden jedoch nur selten an einem Tag geschrieben. Es lohnt sich daher, auch Schreibvorhaben gründlich zu durchdenken.

Planen Sie Ihr Schreibprojekt

Auch wenn Sie eigentlich ganz genau wissen, was Sie erreichen wollen und Ihr Ziel schon fast vor Augen sehen, sollten Sie nicht einfach so loslegen.

Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung. Sie werden schnell merken, wie Sie in der Schreibphase davon profitieren.

Zur Planung gehören drei Arbeitsschritte:

  1. Ziele definieren
  2. Einen realistischen Zeitplan entwerfen
  3. Mögliche Störfaktoren identifizieren

Zielvorgaben sind der rote Faden Ihrer Arbeit

Die Planungsphase beginnt immer mit der Zielsetzung. Diese ist notwendig, denn Ziele unterstützen Sie – sofern sie mit Bedacht gewählt wurden – gleich in mehrfacher Hinsicht beim Schreiben:

1. Ziele dienen der Kontrolle

Sich Ziele zu setzen, ist gut – Ziele erreichen, ist besser. Aber wissen Sie auch, wann genau Sie über die Ziellinie laufen?

Um diesen Moment gebührend feiern zu können, müssen sie ihn identifizieren. Dazu brauchen Sie „operationalisierte Zielvorgaben“, also konkretisierte, messbare Ziele. Diese sollten SMART sein:

S            specific/simple           das Ziel muss verständlich und konkret formuliert sein
M          measurable                  das Ziel muss messbar sein (Kosten, Dauer, Leistung)
A           achievable                    das Ziel muss in der Projektzeit erreichbar sein
R           realistic/relevant        das Ziel muss sachlich erreichbar und bedeutsam sein
T           timely                             das Ziel muss eine genaue Terminvorgabe haben

Eine kleine Übung: „Ich will so schnell wie möglich mit meiner Hausarbeit fertig werden.“ ist kein gutes Ziel. Besser wäre: „Ich will die Hausarbeit zum Thema ‚Wie plane ich mein Schreibprojekt?‘ spätestens am 1. April 2018 abgeben.“

Dieses Ziel ist

spezifisch        –> Thema der Arbeit wird genannt
messbar           –> es gibt einen Termin
erreichbar       –> sofern der Zeitrahmen und die Arbeitsbereitschaft stimmen
relevant           –> Arbeit ist notwendig, um das Modul abschließen zu können
terminierbar   –> das Abgabedatum

Setzen Sie sich nur SMARTe Ziele – und arbeiten Sie diese im Schreibprozess ab.

2. Mit konkreten Zielen sind Sie effizienter

Die Zeit, die Sie in die Ausarbeitung Ihrer Ziele gesteckt haben, kommt Ihnen in der Schreibphase zu gute. Hier wird Ihr Ziel zum roten Faden. Es gibt Ihnen Struktur und hilft Ihnen bei der Orientierung. So liegt der Weg, den Sie gehen müssen, direkt vor Ihnen.

Sie erkennen mit dem Blick auf das Ziel nicht nur, was Sie machen müssen. Sie sehen auch – und das ist manchmal noch viel wichtiger –, was NICHT zu Ihrem Plan gehört. In einer Welt, in der man schnell mal „vom Hundertsten zum Tausendsten kommt“, dürfen Sie im Rahmen bleiben.

Beenden Sie Ihre Arbeit, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben. Alle weitergehenden Fragen, auf die Sie im Laufe des Schreibprozesses unweigerlich stoßen, brauchen Sie nicht zu berücksichtigen. Machen Sie daraus einfach Inspirationen, die Sie in Folgeprojekten aufnehmen können.

3. Zielvorgaben können motivieren

Ein Ziel vor Augen wird immer Ansporn sein. Manchmal ist das Ziel jedoch zu groß, um langfristig zu motivieren. Setzen Sie sich besser kleine Etappenziele. Vielleicht erhöht auch eine Belohnung, die Sie sich bei Erreichen in Aussicht stellen, Ihre Motivation.

Nutzen Sie den Zeitplan als Rahmen für Ihr Schreibprojekt

Sobald Sie Ihr Ziel kennen, können Sie mit der Zeitplanung beginnen. Fragen Sie sich dazu:

  1. Welche Aufgaben müssen erledigt werden?
  2. In welcher Reihenfolge sollten sie ausgeführt werden?
  3. Wie viel Zeit wird jeder Arbeitsschritt kosten?

Für einen guten Zeitplan sollten Sie immer realistisch rechnen. Rein theoretisch können Sie zehn Seiten pro Tag schreiben. In einer Woche hätten Sie dann Ihre Masterarbeit fertig … so einfach ist das natürlich nicht.

Haben Sie Erfahrungswerte? Nehmen Sie diese als Anhaltspunkte für Ihren Zeitplan. Darüber hinaus sollten Sie noch Folgendes bedenken:

Welcher Schreibtyp sind Sie?

Es gibt die „Schnellschreiber“, also Menschen, die in sehr kurzer Zeit einen gut durchdachten und gut strukturierten Text verfassen können – und die „Langsamschreiber“. Diese sind nicht wirklich langsam. Sie integrieren nur die Vor- und Nacharbeiten in den Schreibprozess.

Guter Content kostet Zeit. Sie müssen Recherchieren, Strukturieren, Argumentieren, Korrigieren usw. Bei Schnellschreibern läuft ein Großteil dieser Prozesse vor dem Schreiben im Kopf ab. Wenn sie anfangen zu schreiben, kennen sie bereits die Struktur des Textes. Langsamschreiber denken und schreiben eher parallel.

Finden Sie heraus, welcher Schreibtyp Sie sind, und verteilen Sie den Zeitaufwand dementsprechend: Schnellschreiber sollten in größeren Dimensionen (z.B. kapitelweise) planen, für Langsamschreiber sind kleinere Texteinheiten (z.B. einzelne Argumentationsstränge) mit mehreren Bearbeitungsdurchläufen besser.

Planen Sie ausreichend Zeit für die Recherche

Um fachkompetent argumentieren zu können, müssen Sie das Thema kennen.

Recherchieren Sie gründlich und schauen Sie von Zeit zu Zeit auch mal über den Tellerrand! Dadurch werden Sie sich viel Wissen angeeignet haben, gewöhnlich weit mehr als Sie in Ihrer Arbeit unterbringen können. Dieser Wissensvorsprung macht Sie zum Experten. Nur so können Sie Zusammenhänge erkennen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Gönnen Sie sich Pausen

Kein Mensch ist rund um die Uhr produktiv. Deshalb sollten Sie in Ihrer Planung auf ausreichend Pausenzeiten achten.

Die Auszeiten von der Arbeit dienen nicht nur der Erholung. Jede Unterbrechung setzt unterbewusst ablaufende Denkprozesse in Gang. So beschäftigen Sie sich weiter mit dem Thema, auch wenn Sie gar nicht am Schreibtisch sind.

Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen

Pläne sind Projektionen der Zukunft. Sie können nicht die Realität voraussagen. Aber sie zeigen Ihnen eine Möglichkeit auf. Das ist aber viel wert. Denn dieser Ausblick verschafft Ihnen einen großen Vorteil: Sie können sich darauf vorbereiten.

1. Identifizieren Sie mögliche Störfaktoren

Überlegen Sie sich, welche Faktoren Sie beim Schreiben stören könnten. Längere Krankheit? Liebeskummer? Veränderte Öffnungszeiten der Bibliothek? Omas 80. Geburtstag? Internetprobleme? Schreibblockaden? Besuch der Eltern? Ein verlängertes Wochenende in den Bergen?

Einige der genannten Ereignisse können Sie in Ihrer Planung berücksichtigen, andere nicht.

2. Planen Sie vorhersehbare Ausfallzeiten

Verzögerungen, die sehr wahrscheinlich eintreten werden, müssen miteingeplant werden.

Werfen Sie einen Blick in Ihren Kalender. Welche Ereignisse könnten Sie beim Schreiben stören? Omas Geburtstag oder Weihnachten sind Ausfallzeiten, die Sie als feste Termine in Ihren Zeitplan aufnehmen können.

Bedenken Sie, dass geplante Ausfallzeiten sich auf die Laufzeit Ihres Schreibprojekts auswirken. Sie müssen sich im Vorfeld überlegen, ob Sie mehr arbeiten oder den Abgabetermin verschieben wollen.

3. Erstellen Sie einen Maßnahmenkatalog

Bei unvorhersehbaren Ereignissen müssen Sie flexibel reagieren. Um nicht gleich in Panik zu geraten, sollten Sie jetzt schon wissen, was im Falle eines Falles zu tun ist.

Listen Sie für verschiedene Szenarien geeignete Gegenmaßnahmen auf:

  • Bei Internetproblemen in der Wohnung nutze ich das WLAN in der Bibliothek.
  • Falls ich krank werde, beantrage ich beim Prüfungsamt eine Verlängerung.
  • Wenn ich am Ende in Zeitnot gerate, kann ich Anna um Hilfe bitten, …

Der beste Plan kann Sie nicht vor unvorhergesehenen Ereignissen schützen. Sie können allen Eventualitäten aber souverän begegnen, wenn Sie darauf gut vorbereitet sind.

Wollen Sie Ihr nächstes Schreibprojekt planen?

Machen Sie sich möglichst frühzeitig Gedanken über Ihre Ziele, Ihren Zeitplan und mögliche Störfaktoren.

Wenn Sie Hilfe bei der Planung brauchen, kontaktieren Sie mich einfach. Ich berate Sie ausführlich und begleite Sie individuell durch den gesamten Schreibprozess.

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